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Wissenswertes bei Hausstauballergie (Milbenallergie) Heizungssysteme (Teil eines Vortags von Dr. med. Walter Conzelmann, Urbach, am 22.04.89 in Herborn)
"Für den Transport des allergenen Hausstaubes vom Fußboden in Atmungshöhe ist außer dem Faktor Staubsauger auch die Heizung von entscheidender Bedeutung. Die Behaglichkeit des Menschen ist von der ihn umgebenden Temperatur abhängig. Diese Behaglichkeitstemperatur beträgt bei den zur Zeit verwendeten Luft-(Konvektions-)heizungen 20°C. Bei Verwendung einer Strahlungsheizung liebt die Behaglichkeitstemperatur jedoch bei 15°C bis 23°C. Dies ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der Heizungstechnik. Eine reine Stahlungsheizung ist z. B. die Sonne, die uns im März erwärmt, auch wenn die umgebenden Lufttemperaturen recht kühl sind. Obwohl die Umgebungstemperatur noch deutlich unter 15°C liegt, besteht sichtbar Behaglichkeit. Nebenbei bemerkt handelt es sich nicht wie von der Heizungsbauindustrie hier angegeben um eine günstige Temperaturverteilung im Raum, sondern um eine äußerst ungünstige Verteilung mit hohen Temperaturen im Bereich des Fußbodens. Zusätzlich treten wegen der Raumluftumwirbelung Zugerscheinungen am Fußboden auf, was zu kalten Füßen führen kann, besonders wenn die Heizkörperflächen klein sind und eine hohe Heizkörpertemperatur (Vorlauftemperatur) benötigt wird. Diese Art der Heizung kann in ihrer negativen Auswirkung auf den Allergiker noch gesteigert werden durch die über dem Heizkörper befindlichen synthetischen Vorhänge, welche elektrostatisch stark aufgeladen sind und den Staub, der von den Heizkörpern nach oben gewirbelt wird, zunächst ansammeln, bei jeder Berührung jedoch in großen Mengen wieder freigeben.
Fußbodenheizungen Gehen wir nun zu den Strahlungsheizungen. Fußbodenheizungen sind in gewissem Grade Strahlungsheizungen. Die heute jedoch für Allergiker nicht vorbehaltlos zu empfehlen sind, da erstens häufig Teppichböden zusätzlich verwendet werden und zweitens aufgrund der Probleme mit der Dimensionierung und der Berechnung der Heizung, um eine notwendige Raumtemperatur zu erreichen, die Fußbodenoberfläche auf über 23°C erwärmt werden muss. Ab dieser Temperatur kommt es zu plötzlich auftretenden Staubaufwirbelungen vom Fußboden im Rahmen des Aufsteigens und Aufwirbelns der warmen Luft.
Gängige Heizungen Die heutigen Heizungen funktionieren jedoch im allgemeinen nicht nach dem Prinzip der Strahlungsheizungen, so dass um die gleiche Behaglichkeit zu erreichen, mehrere Grad mehr an Lufterwärmung notwendig sind. Jedes Grad mehr an Lufterwärmung führt zu mehr Staubaufwirbelung. Die heute gebräuchliche Heizung besteht in einer Zentralheizungsanlage mit Feuerraum, in welchem heißes Wasser erzeugt wird, das durch zuführende Rohre dann in Heizkörper gebracht wird, welche sich unter den Fenstern befinden. Diese Heizkörper sind so konstruiert, dass die Wärmeabgabe durch Erwärmen der Luft zwischen den Rippen geschieht und die warme Luft dann im Raum umgewirbelt wird. Mit umgewirbelt wird der auf dem Fußboden befindliche Staub, so dass man besser anstatt von einer Zentralheizungsanlage von einer zentralen Staubwirbelungsanlage sprechen kann.
Ideale Strahlungsheizung: Wandheizung Eine Ideale Strahlungsheizung, welche zusätzlich den Vorteil des Bedienkomforts einer Zentralheizung hat, ist eine Wandheizung mit zwischengelagerten Warmwasserschlingen im Sinne einer um 90 Grad hochgekippten üblichen Fußbodenheizung. Diese und die später aufgeführte Fußleistenheizung sind jedoch bei unseren Heizungsinstallateuren meistens unbekannt. Vor dem Selbstbau schrecken die meisten Bauherren zurück.
Nicht zu empfehlen: Warmluft-Kachelöfen Viel gehört haben aber die Menschen vom alt hergekommenen Kachelofen, welcher neben der Gemütlichkeit auch den Ruf hat, eine gesunde Strahlungsheizung zu sein. Deshalb bauen immer mehr Menschen heutzutage, zumindest als Zusatzheizung, in ihr Haus einen Kachelofen ein. Bei den meisten Kachelöfen handelt es sich um Warmluftöfen. Warmluftheizungen sind wie bereits ausgeführt gesundheitsschädlich. Warmluftkachelöfen sind besonders gesundheitsschädlich und werden höchstens noch von Nachtspeicheröfen übertroffen.
Warum sind Warmluftkachelöfen gesundheitsschädlich? Ein Warmluftkachelofen besteht außen herum aus das Auge beeindruckenden, hübschen Kacheln, innen aus einem gusseisernen Einsatz, welcher mittels Holz, Kohle oder Heizöl auf 230°C, meistens jedoch wesentlich höher erhitzt wird. Die zwischen dem Einsatz und der Rückseite der Kacheln befindliche Luft wird erhitzt und steigt nach oben. Vom Fußboden wird kalte Luft nachgezogen. Mit dieser Luft wird der auf dem Fußboden befindliche Staub nachgezogen. Da der gusseiserne Einsatz sehr heiß ist, kommt es zu dem Phänomen der Staubversengung. Es handelt sich dabei einerseits um den Zerfall großer Staubpartikel in tausende und abertausende kleinere Staubpartikel unter der Einwirkung der Hitze und andererseits, um einen Verkohlungs- und Verbrennungsvorgang der Staubpartikel mit der Folge der Entstehung krebserregenden Feinstaubes. Dieser Dreck wird dann durch die Warmluftklappen hinausgeblasen und im Raum umgewirbelt. Dass der Warmluftkachelofen nebenbei auch noch etwas Strahlungswärme abgibt, ist für seine Funktionsweise ohne Bedeutung.
Zu empfehlen: Grundöfen Kachelöfen, die "Grundöfen" sind, sind reine Strahlungsheizungen. Sie sind für Hausstaub- und andere Allergiker sehr empfehlenswert.
Wie sieht das Innenleben eines Grundofens aus? In einem Feuerraum können Holz oder Kohle verbrannt werden. Die heißen Rauchgase werden in Rauchgaszügen stehend oder liegend auf einem langen Umweg durch den Ofen geleitet, um am Ende in den Schornstein einzumünden. Im Grunde genommen handelt es sich bei dem Grundofen um nichts anderes als um ein zusammengeklapptes langes Ofenrohr aus Schamottsteinen. Die heißen Rauchgase erhitzen die Steine. Die Steine speichern die Wärme und strahlen sie langsam ab. Für die Wirkungsweise eines Grundkachelofens ist die Oberflächenbeschaffenheit ohne Bedeutung. Man kann also auch den Ofen einfach weiß verputzen. Die Kacheln haben mit der Gesundheit und der Strahlungswärme absolut nichts zu tun. Der Grundofen hat gegenüber dem gesundheitsschädigengen Warmluftkachelofen neben dem gesunden Raumklima, der fehlenden Staubaufwirbelung noch mehrere andere Vorteile:
- Sehr bedienungsfreundlich, nur einmaliges Aufheizen am Morgen, Arbeitsaufwand 5 Min. Kein Nachlegen notwendig. - Hält die Wärme den ganzen Tag - Ausgeglichenes, angenehmes Raumklima Tag und Nacht - Kein ständiges Asche leeren. Nur einmalige Aschenentnahme nach Beendigung der Heizperiode notwendig. - Unterschiedliches Raumklima in der Wohnung. Bei Wärmebedürfnis Aufwärmen an der Ofenbank, leichtere Arbeiten können in einer kühleren Ecke des Raumes ohne zu schwitzen erledigt werden.
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